Soziale Innovateure am Werk

Wo große soziale Träger und Social Startups aufeinandertreffen

Die Sozionauten sind unser Förderprogramm für soziale Innovation, an dem sowohl Social Startups, als auch etablierte soziale Träger, die ein innovatives Projekt initiieren wollen, teilnehmen. Die Idee dahinter – beide Seiten profitieren von den Stärken des jeweils anderen. Junge Akteure und Initiativen lernen das bewährte Know-How und die Strukturen der Etablierten zu nutzen und die etablierten Organisationen lernen von der Arbeitsweise, dem Marketing und dem Teamspirit der Startups.

Marina Mandery von ‚Einander unterstützen in der Südweststadt‘ aus Karlsruhe und Clara Speidel von ‚Bike Bridge‘ aus Freiburg, diesjährige Gewinner des Deutschen Integrationspreises, berichten exklusiv von ihren Erfahrungen bei den Sozionauten und dem Gewinn durch die besondere Form der Zusammenarbeit.

Einander unterstützen in der Südweststadt, Karlsruhe

Ronja@Grünhof: Stellt doch euer Projekt kurz vor.

Marina: „Einander unterstützen in der Südweststadt“ ist Teil des Quartiersprojekts „Miteinander leben in der Südweststadt“. Dieses Quartiersprojekt, in Trägerschaft des Badischen Landesvereins für Innere Mission, schafft seit mehreren Jahren Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten für Jung und Alt in der Karlsruher Südweststadt. Ziel des neuen Teilprojekts „Einander unterstützen“ ist es, älteren Menschen zu ermöglichen, länger und so selbstständig wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Bei dem Projekt werden Unterstützungspakete angeboten, die ältere Menschen bei Bedarf buchen können. Für einen geringen Betrag, der für die Aufwandsentschädigung der Helfenden verwandt wird, kann beispielsweise eine Stunde Unterstützungsleistung im Haushalt, gemeinsame Zeit zum Einkaufen oder eine Stunde Hilfe im Garten erworben werden. „Einander unterstützen“ vermittelt die Helfer. Sie kommen selbst aus dem Stadtteil und werden für die Angebote speziell geschult.  Durch das Projekt soll das Miteinander in der Südweststadt gestärkt und der Austausch zwischen den Generationen weiter gefördert werden.

Ronja@Grünhof: Was hat sich durch die Teilnahme am Sozionauten-Programm für euch verändert? Was hat euch besonders weitergebracht?

Marina: Das Sozionauten-Programm ermöglicht es, aus einem anderen Perspektive auf sein eigenes Vorhaben zu blicken. Man wird dazu ermutigt, etwas ganz Neues zu entwickeln und über die bestehenden Strukturen hinaus zu denken, um Verbesserungen im Leben der Zielgruppe zu erreichen und kreativ-innovative Lösungen für die sozialen Herausforderungen von heute zu finden. Alle hier im Programm haben den Anspruch, wirklich etwas zu verändern. Das Programm ist eine ganz neue Erfahrung. Man hat die Möglichkeit, Ideen auszuprobieren.

Ronja@Grünhof: Was haltet ihr von der gemischten Gruppe, bestehend aus Social Startups und etablierten sozialen Trägern? Habt ihr von der Zusammenarbeit profitiert?

Marina: Es ist wahnsinnig spannend. Man kommt mit verschiedenen Leuten in Kontakt und lernt die unterschiedlichsten Projekte kennen. Ein gemischtes Team ist eine große Bereicherung. Jeder kommt aus einem anderem Kontext und kennt sich auf einem anderen Gebiet aus. Man sieht, wie andere bei ihren Projekten vorgehen und kann einiges dazu lernen. Besonders inspiriert haben uns die innovativen Marketingformen der jungen Startups, die Arbeit am Wording oder auch das Thema Markenbildung, das uns sehr geholfen hat, unser Profil zu schärfen.

 

Bike Bridge, Freiburg

Ronja@Grünhof: Stellt doch euer Projekt kurz vor.

Clara: Bike Bridge bietet Fahrradkurse für geflüchtete Frauen an. Durch theoretisches und praktisches Fahrradtraining, Touren und Ausflüge in Freiburg und Umgebung, werden die Mobilität der Teilnehmerinnen gefördert. Gleichzeitig werden der soziale und kulturelle Austausch von Geflüchteten und Locals ermöglicht und die Frauen und Mädchen dabei unterstützt, sich in ihrem neuen Lebensumfeld zurecht zu finden.

Ronja@Grünhof: Was hat sich durch die Teilnahme am Sozionauten Programm für euch verändert? Was hat euch besonders weitergebracht?

Clara: Wir haben grosses Verbesserungspotential in Themenbereichen, in denen wir selbst noch nicht so viel Ahnung haben, z.B. Finanzplanung und Marketing. Die Lernmodule haben uns fachlich sehr geholfen, so konnten wir beispielsweise endlich einen eigenen Verein gründen. Außerdem ist es großartig, dass man einen Ansprechpartner hat mit dem man sich, auch zwischen den einzelnen Modulen, absprechen und treffen kann. Das war eine große mentale Unterstützung für ein aufreibendes Jahr.

Ronja@Grünhof: Was haltet ihr von der gemischten Gruppe, bestehend aus Social Startups und etablierten sozialen Trägern? Habt ihr von der Zusammenarbeit profitiert?

Clara: Es ist einfach eine super Gruppe. Jeder ist unterschiedlich weit und hat andere Defizite und Stärken. Man kann viel voneinander abschauen und dazu lernen. Vor allem sind durch das Programm tolle Kooperationen entstanden, z.B. konnten wir mit der Nähwerkstatt des Pilgerheims in Weinheim unseren Bike Bridge Rucksack entwickeln, auf den wir und unsere Projektteilnehmerinnen sehr stolz sind.

2018-01-11T12:46:18+01:00